PG und VG bei E-Liquids: Was ist der Unterschied?

Wer sich zum ersten Mal genauer mit E-Zigaretten beschäftigt, stösst unweigerlich auf Abkürzungen, die auf den ersten Blick kryptisch wirken. Die Basis jedes Liquids besteht fast immer aus zwei Hauptzutaten. Doch was bedeutet PG und VG bei Liquids genau? Kurz gesagt: Sie bestimmen, wie sich der Dampf anfühlt, wie intensiv das Aroma schmeckt und wie gross die Dampfwolken werden. Wer den PG-VG-Unterschied versteht, kann das Dampferlebnis optimal an die eigenen Bedürfnisse und an die verwendete Hardware anpassen.

Was bedeuten die Abkürzungen PG und VG?

Die grundlegende Zusammensetzung von E-Liquids ist gesetzlich streng reguliert und besteht primär aus Basisflüssigkeiten, Aromen und optional aus Nikotin. Die Basisflüssigkeit setzt sich aus Propylenglykol und pflanzlichem Glycerin zusammen.

Propylenglykol (PG)

PG steht für Propylenglykol (englisch: Propylene Glycol). Es handelt sich um eine klare, nahezu geruch- und geschmacklose Flüssigkeit. In der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie wird sie seit Jahrzehnten eingesetzt. Beim Dampfen erfüllt PG zwei entscheidende Aufgaben:

  • Aromaträger: PG bindet Geschmacksstoffe hervorragend. Je höher der PG-Anteil, desto klarer und intensiver wird das Aroma transportiert.
  • Throat Hit: PG ist massgeblich für das leichte Kratzen im Hals verantwortlich, den sogenannten Throat Hit. Dieser Effekt wird besonders von Umsteigern geschätzt, da er das Gefühl einer herkömmlichen Zigarette imitiert.
  • Viskosität: PG ist sehr dünnflüssig. Das sorgt dafür, dass das Liquid schnell fliesst und den Verdampferkopf gut sättigt.

Pflanzliches Glycerin (VG)

VG steht für pflanzliches Glycerin (Vegetable Glycerin). Im Gegensatz zu PG ist Glycerin deutlich dickflüssiger und besitzt von Natur aus eine leichte Eigensüsse. Auch dieser Stoff findet breite Anwendung in Lebensmitteln und Pflegeprodukten. Beim Dampfen zeichnet sich VG durch folgende Eigenschaften aus:

  • Dampfentwicklung: VG ist der Motor für dichte, voluminöse Dampfwolken.
  • Sanftes Gefühl: Ein hoher VG-Anteil macht den Dampf weicher und reduziert den Throat Hit.
  • Viskosität: Da VG sehr zähflüssig ist, benötigt es grössere Liquid-Einlassöffnungen am Verdampferkopf, um ein Kokeln (Dry Hit) zu vermeiden.

Der Unterschied zwischen PG und VG im Überblick

Damit Propylenglykol und pflanzliches Glycerin in der Praxis leicht unterschieden werden können, hilft ein Blick auf die direkten Gegensätze:

Eigenschaft Propylenglykol (PG) Pflanzliches Glycerin (VG)
Konsistenz / Viskosität Sehr dünnflüssig Dickflüssig (sirupartig)
Dampfentwicklung Geringer Sehr hoch und dicht
Geschmackstransport Hervorragend Schlechter (benötigt mehr Aroma)
Throat Hit Deutlich spürbar Sehr sanft

Welches Mischungsverhältnis für E-Liquids ist das beste?

Die Frage, welches Mischungsverhältnis für E-Liquids das beste ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Wahl der idealen Liquid-Mischung hängt stark vom verwendeten Gerät und den persönlichen Vorlieben ab.

50/50 Mischung (Für MTL-Geräte)

Ein PG-VG-Verhältnis von 50/50 ist der absolute Standard für kleinere E-Zigaretten und Pod-Systeme. Diese Geräte sind für das sogenannte MTL-Dampfen (Mouth to Lung / Backendampfen) ausgelegt. Sie haben einen straffen Zugwiderstand und arbeiten mit geringer Leistung. Da die Liquidlöcher bei diesen Coils klein sind, sorgt der 50-prozentige PG-Anteil für einen reibungslosen Nachfluss. Gleichzeitig bietet die Mischung eine perfekte Balance aus gutem Geschmack, ausreichend Dampf und einem moderaten Throat Hit.

70/30 oder 80/20 VG/PG (Für DL-Geräte)

Wer leistungsstarke Sub-Ohm-Geräte nutzt, zieht den Dampf meist direkt in die Lunge (DL - Direct to Lung). Hier stehen grosse Dampfmengen im Vordergrund. Deshalb wird bei diesen Geräten ein Liquid mit hohem VG-Anteil (meist 70 % VG und 30 % PG) verwendet. Der hohe VG-Anteil sorgt für riesige Wolken und verhindert, dass das Kratzen im Hals bei der grossen Dampfmenge zu stark wird. Die grösseren Verdampferköpfe im Sub-Ohm-Bereich haben kein Problem mit der höheren Viskosität der Flüssigkeit.

Praxis: Mehr Dampf oder mehr Geschmack beim E-Liquid?

Viele Konsumenten stellen sich die Frage: Soll das E-Liquid mehr Dampf oder mehr Geschmack liefern? Wenn der Geschmack im Vordergrund stehen soll und ein spürbarer Throat Hit erwünscht ist, sollte der PG-Anteil nicht unter 50 Prozent fallen. Wer hingegen auf dichte Wolken Wert legt, greift zu VG-lastigen Mischungen.

Dies ist besonders relevant, wenn man Liquids selbst anmischt. Nutzt man beispielsweise ein Longfill wie das Antimatter Black Hole, befindet sich in der Flasche lediglich das hochkonzentrierte Aroma, welches meist in 100 % PG gelöst ist. Füllt man diese Flasche nun mit einer reinen VG-Base auf, erhält man am Ende ein sehr dampflastiges Liquid. Füllt man sie mit einer 50/50-Base auf, verschiebt sich das finale Verhältnis leicht zugunsten von PG, was den Geschmack intensiviert.

Fazit

Das Verständnis über die Inhaltsstoffe ist essenziell für ein optimales Dampferlebnis. Während PG als Aromaträger fungiert und den bekannten Throat Hit liefert, ist VG für dichten Dampf und eine sanfte Inhalation zuständig. Wer ein kleines Pod-System nutzt, fährt mit einer 50/50-Mischung am besten. Fans von grossen Wolken und offenen Sub-Ohm-Tanks greifen zu VG-lastigen Liquids. Falls dir während der Lektüre weitere unbekannte Begriffe aufgefallen sind, schau gerne in unser Vape Glossar. Wenn du noch auf der Suche nach dem passenden Gerät für deine bevorzugte Liquid-Mischung bist, bietet unser Markenverzeichnis für Vapes eine gute Übersicht.

Häufige Fragen

Was bedeuten die Abkürzungen PG und VG?

PG steht für Propylenglykol und VG für pflanzliches Glycerin (Vegetable Glycerin). Beide Stoffe bilden die Basisflüssigkeit eines E-Liquids und sorgen dafür, dass das Aroma gebunden wird und beim Erhitzen Dampf entsteht.

Welches PG/VG-Verhältnis eignet sich für welches Vape-Gerät?

Für kleine Pod-Systeme und MTL-Geräte (Backendampfen) ist ein Verhältnis von 50 % PG und 50 % VG ideal, da die Flüssigkeit dünn genug für die kleinen Verdampferköpfe ist. Für leistungsstarke Sub-Ohm-Geräte (DL - Direct to Lung) empfehlen sich Liquids mit 70 % VG oder mehr, da diese für grosse Dampfwolken sorgen und sanfter im Hals sind.

Wie beeinflusst das Mischungsverhältnis die Dampfmenge und den Geschmack?

Ein höherer PG-Anteil sorgt für einen intensiveren Geschmack und einen stärkeren Throat Hit (Kratzen im Hals), produziert aber weniger Dampf. Ein höherer VG-Anteil sorgt hingegen für dichte, voluminöse Dampfwolken und ein weicheres Gefühl beim Inhalieren, dämpft jedoch die Geschmacksintensität leicht ab.

Kann ich VG und PG selbst mischen?

Ja. Im Handel sind reine PG- und VG-Basen sowie vorgemischte Basen (z. B. 50/50 oder 70/30) erhältlich. Wer Longfills oder Aromen nutzt, kann das endgültige Mischungsverhältnis durch die Wahl der hinzugefügten Basisflüssigkeit selbst steuern.

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