Shortfill, Longfill und 10ml: E-Liquid-Formate im Vergleich

Wer sich mit dem Dampfen beschäftigt, stösst bei der Auswahl der passenden Flüssigkeit für die E-Zigarette schnell auf verschiedene Begriffe. Neben der Geschmacksrichtung spielen die unterschiedlichen E-Liquid Formate eine entscheidende Rolle für die Handhabung im Alltag. In diesem Beitrag beleuchten wir die Eigenschaften von fertigen 10ml-Liquids, Shortfills und Longfills und erklären, wie Sie diese korrekt anwenden.

Fertige 10ml-Liquids: Der direkte Weg

Das klassische 10ml-Liquid ist die unkomplizierteste Methode, um den Tank einer E-Zigarette zu befüllen. Diese Fläschchen sind fertig angemischt, enthalten das Aroma, das Basisliquid sowie auf Wunsch die bereits exakt dosierte Menge an Nikotin. Da sie sofort einsatzbereit sind, eignen sie sich besonders für Neueinsteiger oder Dampfer, die keine Lust auf das Mischen haben. Gesetzliche Regelungen in vielen Ländern schreiben zudem vor, dass nikotinhaltige Flüssigkeiten in Flaschen mit maximal 10 Milliliter Inhalt verkauft werden dürfen, was dieses Format zum Standard für fertige Nikotin-Liquids macht.

Was ist ein Shortfill Liquid?

Um grössere Mengen Liquid in einer Flasche anbieten zu können, hat sich das sogenannte Shake and Vape Prinzip etabliert. Doch was ist ein Shortfill Liquid genau? Es handelt sich dabei um eine grössere Flasche, die nicht bis zum Rand gefüllt ist. Ein typisches Beispiel ist eine 60ml-Flasche, die 50ml nikotinfreies, aber leicht überaromatisiertes Liquid enthält. Der leere Raum in der Flasche ist bewusst gelassen worden, um Platz für einen Nikotinshot zu bieten.

Wenn Sie einen Nikotinshot hinzufügen, wird das leicht überdosierte Aroma auf das perfekte Mass verdünnt. Anschliessend wird die Flasche kräftig geschüttelt (Shake) und das Liquid ist in der Regel sofort dampfbar (Vape). Wer komplett auf Nikotin verzichten möchte, füllt den Platz einfach mit reiner, nikotinfreier Base auf, um die optimale Geschmacksintensität zu erreichen.

Longfill-Liquids: Flexibilität und Reifezeit

Wer noch mehr Kontrolle über sein Liquid wünscht, greift zum Longfill. Ein Longfill besteht zumeist aus einer grossen Flasche (oft 60ml oder 120ml), in der sich lediglich eine kleine Menge hochkonzentriertes Longfill Aroma befindet – meist zwischen 10ml und 20ml. Beliebte Beispiele für solche Aromen sind etwa das Antimatter Black Hole oder das Antimatter Neutrino.

Wie mischt man Longfill Liquids? Sie füllen die Flasche zunächst mit der gewünschten Menge an Nikotinshots auf. Anschliessend giessen Sie den restlichen Freiraum mit Ihrem bevorzugten Basisliquid auf. Hierbei können Sie das Verhältnis von Propylenglykol (PG) und Vegetables Glycerin (VG) selbst bestimmen. VG sorgt für einen dichteren Dampf, während PG als Geschmacksträger fungiert und den Liquidfluss begünstigt.

Im Gegensatz zu Shake-and-Vape-Systemen erfordern Longfills nach dem Mischen etwas Geduld. Die molekulare Struktur des puren Aromas benötigt Zeit, um sich vollständig mit der zähflüssigeren Base zu verbinden. Diese sogenannte Reifezeit ist essenziell für die volle Geschmacksentwicklung und variiert je nach Sorte zwischen wenigen Tagen und zwei Wochen.

Unterschied zwischen Shortfill und Longfill auf einen Blick

Der wesentliche Unterschied zwischen Shortfill und Longfill liegt in der Zusammensetzung beim Kauf. Die folgende Tabelle fasst die Merkmale zusammen:

Merkmal Shortfill (Shake and Vape) Longfill
Inhalt vor dem Mischen Fast volles, überaromatisiertes Liquid Nur pures Aroma (meist 10-20ml)
Was muss hinzugefügt werden? Nikotinshot oder pure Base (wenig) Nikotinshots und viel Basisliquid
Flexibilität beim VG/PG-Verhältnis Gering (durch das Liquid vorgegeben) Hoch (Sie wählen die Base selbst)
Reifezeit Keine oder sehr kurz (sofort dampfbar) Ja (oft 3 bis 14 Tage)

Welches Format eignet sich für wen?

Welches Liquid-Format Sie wählen, hängt stark von Ihren Vorlieben und der verwendeten Hardware ab. Nutzer von unkomplizierten Pod-Systemen oder klassischen Mehrweg-E-Zigaretten, die einen straffen Zug bevorzugen (MTL), greifen häufig zu 10ml-Liquids oder Longfills, da sie hier das VG/PG-Verhältnis auf dünnflüssigere Werte einstellen können. Sub-Ohm-Dampfer (DL), die grosse Mengen Liquid verbrauchen, bevorzugen oft Shortfills, da diese preiswert in grossen Mengen verfügbar sind und meist bereits einen hohen VG-Anteil für dichten Dampf besitzen.

Fazit

Ob fertiges 10ml-Liquid, praktischer Shortfill oder individualisierbarer Longfill – jedes System hat seine Berechtigung. 10ml-Liquids bieten maximalen Komfort, Shortfills sind ideal für den schnellen Einsatz grösserer Mengen, und Longfills geben dem Nutzer die volle Kontrolle über die Zusammensetzung der Base und die Nikotinstärke. Das Mischen selbst ist bei allen Formaten unkompliziert, erfordert bei Longfills jedoch eine gewisse Wartezeit bis zum optimalen Geschmackserlebnis.

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Shortfill und Longfill?

Ein Shortfill enthält bereits fast die gesamte Menge an Liquid (inklusive Basis) und bietet nur Platz für ein oder zwei Shots. Ein Longfill hingegen enthält ausschliesslich eine kleine Menge pures Aroma in einer grossen Flasche. Bei einem Longfill müssen Sie die komplette restliche Flasche selbst mit Basisliquid und Nikotinshots auffüllen.

Wie funktioniert das Shake-and-Vape-Prinzip?

Das Prinzip kommt bei Shortfills zum Einsatz. Da die Flasche bereits das fertige (leicht überdosierte) Liquid enthält, geben Sie lediglich noch 10ml Nikotinshot oder nikotinfreie Base hinzu, verschliessen die Flasche und schütteln sie kräftig (Shake). Das Liquid ist danach sofort bereit, um in die E-Zigarette gefüllt zu werden (Vape).

Wie viele Nikotinshots benötigt man für die gewünschte Stärke bei einem Shortfill?

Das hängt von der Flaschengrösse ab. Bei einem klassischen 50ml-Shortfill in einer 60ml-Flasche geben Sie einen 10ml-Nikotinshot (mit 18 mg/ml Nikotin) hinzu, um am Ende 60ml Liquid mit einer Stärke von 3 mg/ml zu erhalten. Für 6 mg/ml benötigen Sie meist eine 120ml-Flasche mit 100ml Inhalt, in die Sie zwei Shots à 18 mg/ml geben.

Warum benötigen Longfill-Liquids oft eine gewisse Reifezeit?

Im Longfill befindet sich das reine Aromakonzentrat, das von Haus aus nicht zum puren Dampfen geeignet ist. Nachdem das Basisliquid (Propylenglykol und Vegetables Glycerin) hinzugefügt wurde, brauchen die Aromamoleküle Zeit, um sich gleichmässig in der viskosen Flüssigkeit zu verteilen. Erst durch diese Ruhephase kann sich der Geschmack im Tank der E-Zigarette optimal entfalten.

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